Text zum Video: E-Governmentoffensive in Gemeinden

2.357 Gemeinden gibt es in Österreich und immer mehr davon bieten ihren Bürgern elektronische Amtswege an.

Manfred Matzka:
Auch beim lokalen E-Government haben wir schon viel erreicht. Man kann eine Reihe von praktisch wichtigen Dingen wie etwa Müllabfuhrtrennung, wie etwa Wohnbauförderung, wie etwa Meldebestätigung, wie etwa Strafregisterbescheinigung direkt via Internet online vollständig abwickeln.

Sprecher:
E-Government, das elektronische Amt hat für alle Beteiligten Vorteile.

Heidrun Silhavy:
Es bedeutet zum einen eine Beschleunigung in vielen Verfahren. Es bedeutet zum anderen eine Vereinfachung der Wege. Und es bedeutet natürlich auch Synergien besser nutzen zu können.

Sprecher:
Sehr weit fortgeschritten bei E-Government ist das Burgenland. Um allen Bürgern auch denen die keinen Computer oder keine Bürgerkarte haben E-Government zu ermöglichen, bietet das Land Burgenland zwei Möglichkeiten des Zugangs zur elektronischen Verwaltung an.

Franz Tschögl:
Wir sind bestrebt unseren Bürgerinnen und Bürgern, also allen Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zu den Diensten der Verwaltung zu ermöglichen. Wir wissen aber, dass diese Bürgerkarte noch nicht sehr verbreitet ist, daher bieten wir Stichwort „Digital Divide“ beide Lösungen an. Bei uns kann der Bürger oder die Bürgerin die Formulare mit der Bürgerkarte signieren, aber auch diese Formulare ohne die Bürgerkarte zu uns schicken.

Sprecher:
Der Vorgang ist ganz einfach. Der Bürger kommt auf das Gemeindeamt, das Ansuchen und die notwendigen Daten werden vom Gemeindeamtsleiter elektronisch erfasst und sofort bearbeitet. E-Government ermöglicht, dass das Ansuchen blitzschnell erledigt wird. Die E-Government-Anwendungen in Burgenland entstanden in enger Kooperation zwischen Landesregierung und Gemeinden

Franz Tschögl:
Wir bieten unsere Dienstleistungen auf der einen Seite den Bürgerinnen und den Bürgern an. Wir haben aber auch eine sehr, sehr enge Kooperation mit den burgenländischen Gemeinden. Wir haben das Gemeindenetzwerk Burgenland, das ist ein sehr breitbandiges Intranetz. Und wir bieten den Gemeinden Applikationen an, d.h. sie können direkt auf unsere Applikationen zugreifen. Die Daten dort direkt erfassen und die Auswertungen und die Prüfungen erfolgen dann direkt vor Ort. Die Gemeinde kann direkt Auskunft geben und etwa beim Heizkostenzuschuss wird dann der Betrag durch das Land ausbezahlt.

Sprecher:
Durch die schnellere Abwicklung über E-Government kommen die Ansucher rascher zu ihrem Geld.

Christian Illedits:
Die Abwicklung, wenn jemand der Bezugsberechtigte ist beim Heizkostenzuschuss, war bis jetzt mit einem Formalismus begleitet. Nun können Anspruchsberechtigte wirklich die Ärmsten in der burgenländischen Bevölkerung die es notwendiger Weise haben diesen Zuschuss zu beantragen auf das Gemeindeamt kommen. Und das wird unbürokratisch mit einer kurzen Eingabe erledigt. Alle Daten sind sofort geprüft. Wir wissen die Anspruchsberechtigung und der direkte Gang ist jetzt über die EDV möglich. D.h. das Geld wird in Kürze dort landen, wo es eben notwendig ist, nämlich beim Berechtigten.

Sprecher:
Andere von den Burgenländern sehr positiv angenommene Anwendungen sind z.B. Förderungen für Studententickets, Beihilfe bei Katastrophenschäden oder Gewerbeanmeldungen. Eine der meist benutzten E-Government-Anwendungen ist das Ansuchen um Wohnbauförderung. Wie bei allen elektronischen Formularen gilt auch hier. Mit der Bürgerkarte kann 7 Tage die Woche und rund um die Uhr eingereicht werden.

Helga Lomosits:
Diese Bürgerkarte ist toll. Ich mache meine Ansuchen um Wohnbauförderung elektronisch. Die Bürgerkarte macht mir das ganz leicht und das kann ich auch am Sonntag machen, wie gerade jetzt.

Sprecher:
Die burgenländischen Bürger und Bürgerinnen können bereits heute sehr viele Amtswege elektronisch erledigen. In Zukunft werden die E-Government-Angebote noch zahlreicher.

Franz Tschögl:
Das Bürgerservice wird sicher noch weiter entwickelt werden. Wenn die Bürgerkarte dann wirklich verbreitet sein wird, dann werden wir dem Rechnung tragen und noch mehr Dienste in diesem Sinne anbieten.


Der Beitrag wurde am 27.6. und 30.6.2008 über TW1 ausgestrahlt. Weitere Folgen sind jeden Freitag um 15:05 und 17:05, sowie Montag um 11:05 und 14:05 auf TW1 in der Sendung Treffpunkt Österreich zu sehen.