Text zum Video: Das elektronische Gemeindeamt

Kremsmünster in Oberösterreich ist eine der ersten Gemeinden, die voll auf E-Government, auf die elektronische Verwaltung, gesetzt hat.

Franz Fellinger:
Wir haben eine Vorreiterrolle bereits seit 1996 und das ist ein Fortschreitungsprozess der immer stärker bearbeitet wird, sodass Kremsmünster, glaube ich, in der Region und vielleicht auch fürs ganze Land eine beispielgebende Vorreiterrolle haben soll und auch hat.

Sprecher:
Beispielgebend ist die Gemeinde Kremsmünster mit einigen wegweisenden Entwicklungen und Pilotprojekten. Eine davon ist das sogenannte E-Billing, die elektronische Rechnungslegung.

Reinhard Haider:
E-Billing ist die elektronische Rechnungslegung d.h. der Bürger bekommt von der Marktgemeinde Kremsmünster nur noch ein E-Mail, dass eine Rechnung in seinem Portal vorhanden ist. Und der Bürger kann sich diese Rechnung dann in einem PDF-Dokument ansehen und auch direkt über sein Electronic-Banking-Portal bezahlen, das geht alles papierlos.

Sprecher:
Auch die Einwohner von Kremsmünster sind motiviert, die elektronischen Angebote zu nützen.

Michael Gruber:
Ich wollte die neuen technischen Möglichkeiten nützen und sehe also den großen Vorteil in der Rechnungslegung. Ich kann mir die Rechnung sofort ausdrucken, verbuchen und ablegen und damit ist die Sache für mich schon wieder erledigt.

Sprecher:
Rund 270 Bürger nutzen bereits dieses Angebot. Ein Angebot, dass für die Gemeinde nicht nur finanzielle, sondern auch andere Vorteile hat.

Reinhard Haider:
Für die Gemeindeverwaltung ist es sehr interessant, weil wir uns dadurch Kosten sparen können, auf der einen Seite für Porto, für Kontaktkosten. Wir können uns Zeit ersparen durch die Geschäftsprozesse, Integration, das Handling wird einfacher und es motiviert auch unsere Mitarbeiter, weil die Qualität der Dienstleistung steigt.

Sprecher
Ein anderes Pilotprojekt ist die Verknüpfung der Gemeindehomepage www.kremsmuenster.at mit HELP.gv.at.

Heidrun Silhavy:
Wir haben ein neues super Angebot wie ich meine für die Gemeinden, nämlich dass der Inhalt von HELP, also das nennt man so mit diesen komplizierten Worten Contentindizierung, der Inhalt von HELP wird auf die Gemeindehomepage integriert. D.h. wir warten immer, die Gemeinden haben die Informationen am neuesten Stand und trotzdem scheinen sie auf ihrer Homepage auf.

Sprecher:
Das von der Gemeinde Kremsmünster entwickelte Projekt bringt Einsparungen für alle Gemeinden Österreichs.

Reinhard Haider:
Unser Pilotprojekt bei der Content Syndication bezieht sich auf alle Gemeinden in Österreich. Sehr einfach diese Inhalte zu übernehmen und alle profitieren letztlich davon. Alle sparen sich einiges an Kosten.

Heidrun Silhavy:
Wir haben auch sehr kleine Gemeinden in Österreich, wo einfach die Infrastruktur auch die personelle Infrastruktur nicht da ist. Denn eines ist schon klar, am Beginn der Einführung und das ist überall so nicht nur in der Verwaltung, sondern auch in jedem Normalbetrieb, ist es natürlich ein bisschen ein Mehraufwand.

Sprecher:
Seit 1. Jänner 2008 müssen laut E-Government-Gesetz behördliche Webseiten barrierefrei sein. Sie müssen auch für behinderte Menschen abrufbar und verwendbar sein. Kremsmünster hat bereits seit November 2006 eine barrierefreie Homepage.

Reinhard Haider:
D.h. dass die Inhalte gehört werden können über ein spezielles Programm für blinde Menschen. D.h. aus den Lautsprechern hört man dann den Ton. Man kann die Inhalte skalieren, also größer machen für sehbehinderte Menschen. Und auch Fotos werden beispielsweise beschrieben und blinden Menschen dann vorgelesen aus dem Lautsprecher des Computers heraus.

Sprecher:
E-Government wird in Zukunft die Verwaltung und das Leben aller Österreicher und Österreicherinnen noch mehr als bisher vereinfachen. Aber …

Franz Fellinger:
E-Government muss mehr sein als nur die elektronische Datenverarbeitung. E-Government ist praktisch die Zusammenführung moderner Verwaltungsprozesse. Und wenn diese Modernität auch in allen Behördenbereichen Einzug nimmt und auch das die Behördenbediensteten das voll aufnehmen und umsetzen, dann glaube ich ist erst das Ziel E-Government für die moderne Verwaltung erreicht.


Der Beitrag wurde am 15.6. und 16.6.2008 über TW1 ausgestrahlt. Weitere Folgen sind jeden Freitag um 15:05 und 17:05, sowie Montag um 11:05 und 14:05 auf TW1 in der Sendung Treffpunkt Österreich zu sehen.