Text zum Video: Die elektronische Sozialversicherung

Dank Bürgerkarte stehen bei der Sozialversicherung den Versicherten alle ihre Daten rund um die Uhr zur Verfügung.

Sprecher:
In den Archiven österreichischer Versicherungen bekommt man noch eine Ahnung wie es in der sogenannten guten alten Zeit zuging, meterlange Regale gefüllt mit Akten und Papierstößen, Kundenanfragen die erst nach Tagen beantwortet werden konnten. Im Mai 2005 wurde vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger die E-Card eingeführt. Die Kunststoffkarte mit dem Chip ersetzte den Krankenschein und war der Auslöser einer verwaltungstechnischen Revolution.

Volker Schörghofer:
Wir haben einmal nachgerechnet 188 Personen haben das in der Sozialversicherung gemacht. Also 188 Personen waren mit dem Krankenschein direkt in der Sozialversicherung beschäftigt. Natürlich die vielen Dienstgeber die also die Scheine ausstellen mussten, die Buchhaltungen dort, aber auch natürlich der Arzt hat sehr viel Arbeit gehabt. Wir haben einmal ausgerechnet oder untersucht, dass ein Arzt durchschnittlich 4 Stunden pro Quartal nur Zusatzarbeit hatte mit dem Krankenschein und mal 12.000 Ärzte ist das schon eine Summe die erkläglich ist. Das alles hat dann die E-Card sozusagen eingespart.

Sprecher:
Seit der Einführung der E-Card kann der Hauptverband der Sozialversicherungsträger seiner Aufgabe viel schneller und kostengünstiger nachkommen.

Erich Laminger:
Das ist ein Dienstleistung am Kunden, an dem Versicherten. Also speziell wenn wir an den Bereich der Krankenversicherung denken ist es so, dass wir für den Fall der Eventualität eines Bedarfes einer Gesundheitsdienstleistung eben die sind, die für unsere Patienten das bezahlen. Und wir treffen natürlich also auch entsprechend organisatorische Vorsorge, dass das funktionieren kann.

Sprecher:
Ein Ziel der Umstellung auf elektronische Abläufe ist das Erreichen einer schlanken Verwaltung.

Volker Schörghofer:
Wir wollen gesamthaft die Geschäftsprozesse die sich rund um Verwaltung ranken entsprechend elektronisch abbilden, sodass wir möglichst wenig menschliche oder persönliche Intervention haben, möglichst wenig Handgriffe mit der Abrechnung oder mit der Verwaltung haben. Damit können wir eine schlanke Verwaltung sicherstellen und das Geld das unsere Versicherten in Form von Beiträgen bezahlen entsprechend auch für Leistungen aufwenden.

Sprecher:
Die Einsparungen die sich daraus ergeben sind gigantisch z.B. beim Versand der Leistungsinformation.

Volker Schörghofer:
Das bekommen sie einmal im Monat zugeschickt. Wir verschwenden ungefähr 7,5 Mrd. Papier. Wenn man nur sagt allein Porto und Druckkosten 1 Euro pro also 7 Mio. Aufwand pro Jahr. Und hier haben wir das auch online und wir hoffen, dass unsere Versicherten dieses online überprüfen und diese Leistungsinformation in Papier abbestellen.

Sprecher:
Ein anderes Ziel ist es, dass der Bürger Informationen die ihn betreffen blitzschnell und rund um die Uhr abrufen kann. Dazu wurde gemeinsam mit dem Bundeskanzleramt aus der E-Card die Bürgerkarte entwickelt.

Erich Laminger:
Die E-Card hat ja sozusagen die schlafende Funktion Bürgerkarte von vornherein draufgehabt und das war zunächst einmal klar, dass wir diesen flächendeckenden Rollout, jeder Bürger in Österreich d.h. eigentlich auch Ausländer die in Österreich entsprechend ansässig sind hat eine E-Card. Und als Bürger dieses Staates kann ich also daher auch diese Bürgerkartenfunktion aktivieren. Und dann entsprechend die Funktionen innerhalb des Sozialversicherungsbereiches und natürlich auch weiterhin darüber hinaus nutzen.

Sprecher:
Das Informationsangebot und die Möglichkeiten für den Versicherten sind heute schon vielfältig, werden aber in Zukunft weiter ausgebaut.

Volker Schörghofer:
Das nächste wirklich interessante Thema ist die Rezeptgebührenobergrenze. Hier wird der Versicherte über das Internet mit der Bürgerkarte überprüfen können, wie viel Rezeptgebühren wurden bereits in meinem Rezeptgebührenkonto angerechnet. Was ist meine 2 Prozent-Grenze vom Nettoeinkommen und wann werde ich diese Grenze, sozusagen beim wievielten Rezept werde ich diese Grenze überschreiten. Diese Anwendung ist in Entwicklung und wir wollen das noch im ersten Halbjahr live bringen.

Erich Laminger:
Ich würde alle einladen, die Sozialversicherungshomepage also dieses Portal zu betreten und sich einfach dort zu informieren. Es zahlt sich einfach aus dort einmal einzutreten und dort herum zu surfen.


Der Beitrag wurde am 23.5. und 26.5.2008 über TW1 ausgestrahlt. Weitere Folgen sind jeden Freitag um 15:05 und 17:05, sowie Montag um 11:05 und 14:05 auf TW1 in der Sendung Treffpunkt Österreich zu sehen.