Einsatzmöglichkeiten Ihrer Bürgerkarte

Für rund acht Millionen Sozialversicherte in Österreich ist die E-Card der Schlüssel zum Gesundheitssystem. Doch die E-Card ist noch mehr: Mit der Bürgerkartenfunktion ist sie auch ein Schlüssel für die E-Government-Angebote der heimischen Verwaltung. Die Einsatzmöglichkeiten werden sukzessive ausgebaut und die E-Card kann immer öfter als elektronischer Ausweis im Internet verwendet werden.

  1. Online-Erledigung Ihrer Amtswege
  2. Beihilfen, Förderungen
  3. Sozialversicherung
  4. Elektronische Zustellung
  5. Privatwirtschaftliche Einsatzmöglichkeiten
  6. Zusätzliche Informationen

Online-Erledigung Ihrer Amtswege

Mit der Bürgerkarte können Sie Anträge stellen und Einsicht in Verfahren nehmen. Ihr Name und Geburtsdatum liegen – in Form der Personenbindung – bei Nutzung der Bürgerkartenfunktion bereits elektronisch vor und müssen daher im Onlineformular nicht mehr selbst eingegeben werden.

Die Bürgerkarte ist in zwei Formen verfügbar:

Bis Ende 2009 konnte ein Online-Amtsweg bereits mit einer Signaturkarte mit aktivierter Bürgerkartenfunktion (zum Beispiel E-Card) plus einem Kartenlesegerät durchgeführt werden. Einen großen Schritt in Richtung Nutzerfreundlichkeit brachte 2009 die Handy-Signatur (Bürgerkartenfunktion am Mobiltelefon). Für die Verwendung der Handy-Signatur benötigen Sie als Voraussetzung keinen Kartenleser und auch keine Installationen am lokalen PC, sondern lediglich ein empfangsbereites Mobiltelefon. Die Handy-Signatur umfasst ebenfalls eine qualifizierte Signatur, sodass sowohl Signaturkarten (zum Beispiel E-Card) als auch die Bürgerkartenfunktion am Mobiltelefon (Handy-Signatur) gesicherte "Ausweise“ im Internet darstellen und eine rechtsgültige elektronische Unterschrift ermöglichen.

Die Bürgerkarte kann auch mit Vollmachten ausgestattet sein, die Sie benötigen, wenn Sie Rechtsgeschäfte für andere Personen abschließen. Die Erledigung erfolgt schneller und teilweise sogar unmittelbar. Alle Antragsdaten liegen der Behörde elektronisch vor und müssen nicht aus Papierformularen übertragen werden. Manuelle Kontrollen, wie bei der Identifikation über Ausweisdokumente, können entfallen.

Sicherheit und Datenschutz haben im E-Government höchste Priorität. Das österreichische Bürgerkartenmodell wurde international durch den World E-ID Award und den Europäischen Datenschutz Award ausgezeichnet.

Zu den Online-Amtswegen auf HELP.gv.at

Beihilfen, Förderungen

Sie können beispielsweise den Antrag auf Studienbeihilfe oder auf Kinderbetreuungsgeld online stellen und mit Ihrer Bürgerkarte elektronisch unterschreiben.

Links

Sozialversicherung

Auch im Bereich der Sozialversicherung (SV) können Sie mit Ihrer Bürgerkarte verschiedene Services nutzen:

  • Versicherungsdatenauszug
  • Grunddaten der sozialen Krankenversicherung
  • Pensionskonto
  • Rezeptgebührenkonto
  • Arztabrechnung
  • Leistungsinformation
  • Sozialversicherungsanstalt: Beitragskonto
  • Adressänderung
  • Diverse Online-Rechner (zum Beispiel Pensionsantritt, Krankengeld)
  • etc.

Online-Services der Sozialversicherung
Online-Services der Pensionsversicherung

Elektronische Zustellung

Bescheide und Erledigungen stellen immer mehr Behörden auf Ihren Wunsch elektronisch an Sie zu, wenn Sie sich mit Ihrer Bürgerkarte (kartenbasiert z. B. auf der E-Card oder mittels Handy-Signatur am Mobiltelefon)ausgewiesen haben. Besonders Berufstätige und ältere Personen werden es zu schätzen wissen, eingeschriebene RSa- und RSb-Briefe nicht mehr vom Postamt abholen zu müssen.

Für diesen Dienst registrieren Sie sich kostenlos bei einem der elektronischen Zustelldienste (http://www.zustellung.gv.at).

Privatwirtschaftliche Einsatzmöglichkeiten

Rechtsgültige elektronische Unterschrift

Die Bürgerkartenfunktion – egal ob auf der aktivierten E-Card oder am Mobiltelefon - gewährt Rechtssicherheit durch eine Personenidentifikation mit hoher technischer Qualität. Mit einer Bürgerkarte mit qualifizierter elektronischer Signatur können Sie auch privatrechtliche Verträge elektronisch signieren. Durch Verwendung der elektronischen Signatur wird das rechtliche Erfordernis einer eigenhändigen Unterschrift erfüllt. Durch harmonisierte Rahmenbedingungen ist dies grundsätzlich im gesamten EU-Raum möglich.

Werkzeuge dazu sind frei verfügbar, wie die
Signaturerstellung und -prüfung von PDF-Dokumenten.

Identität für elektronische Geschäfte - Die Bürgerkarte als Ausweis

Eine wichtige Anwendungsmöglichkeit der Bürgerkarte ist die elektronische Ausweisfunktion. Sie wird dann verwendet, wenn es für Betreiber eines Internetdienstes wichtig ist, genau zu wissen, wer der Kunde oder die Kundin ist. Bei vielen Internetseiten müssen Sie heute einen Usernamen und ein Kennwort angeben. Bei Webseiten, die bereits die Verwendung der Bürgerkartenfunktion unterstützen, können Sie sich einfach mit Ihrer Karte oder dem Mobiltelefon ausweisen, ohne sich eine Fülle von Benutzername-Passwort-Kombinationen merken zu müssen.

Das Prinzip der Bürgerkarte baut aber nicht auf einem bloßen Login-Vorgang auf, nach dem beliebig viele Transaktionen durchgeführt werden können. Bei sensiblen Vorgängen ist zusätzlich zum Login mit Bürgerkarte auch eine Signatur des Inhaltes (z. B. einer Bestellung oder Überweisung) vorgesehen, die vom Server der Anwendung geprüft wird. Dadurch fällt eine Veränderung des Inhaltes nach dem Abschicken sofort auf.

Verschlüsselung von Dateien

Wenn Sie Vertraulichkeit bei der elektronischen Kommunikation wünschen, wird das technisch mittels Verschlüsselung der elektronischen Daten ermöglicht. Mit Ihrer kartenbasierten Bürgerkarte (zum Beispiel auf der E-Cardhaben Sie ein Werkzeug in der Hand, das sowohl Dokumente verschlüsseln kann, die Sie vertraulich versenden möchten, als auch Dokumente entschlüsseln, die Ihnen vertraulich übermittelt wurden.

Das Zentrum für Informationssicherheit,A-SIT, hat dazu ein kostenloses Werkzeug "Datensafe Bürgerkarte – Citizen Card Encrypted (CCE)” entwickelt. Das Werkzeug bietet sich an, um vertrauliche Dokumente verschlüsselt zu verteilen oder abzulegen. Damit sichergestellt wird, dass Daten nur von ordnungsgemäß angemeldeten Benutzern entschlüsselt werden können, nicht jedoch im Fall von Verlust oder Diebstahl (z. B. von Laptops), gibt es auch ein secureEFS (Encrypting File System) Tool.

Ausstellung elektronischer Rechnungen

Eine E-Rechnung mit elektronischer Signatur bietet Sicherheit bezüglich Unveränderbarkeit und der Datenübertragung für Ausstellende und Empfangende. Um Unternehmen umfassend zum Thema E-Rechnung zu informieren und Probleme – zum Beispiel bei Steuerprüfungen – zu vermeiden, hat die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) unter dem Link E-Rechnung gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Verwaltung eine breit angelegte Informationsoffensive zum Thema E-Rechnung gestartet.

Ziel ist es, das Wissen über gesetzliche Rahmenbedingungen und die praktische Anwendung der E-Rechnung zu verbessern.

Sicheres E-Banking

Die Abwicklung von Bankgeschäften per Internet (E-Banking) mittels PIN und TAN ist ein Angriffspunkt für die immer häufiger werdenden "Phishing"-Attacken und andere Methoden des Identitätsdiebstahls. Das Wort "Phishing" gebildet aus "Password" und "Fishing" beschreibt eine Form des Datendiebstahls, mit dem beispielsweise Passwörter und Transaktionsnummern ausgeforscht und missbräuchlich verwendet werden können.

Wie Sicherheitsanalysen zeigen, gehören Bürgerkarten-/Signaturlösungen zu den derzeit sichersten Methoden, E-Banking zu betreiben.

Liste der Banken, die E-Banking mit Bürgerkartenfunktion anbieten, auf HELP.gv.at

Zusätzliche Informationen

Die Broschüre "Mit der Bürgerkartenfunktion zum elektronischen Ausweis. Informationsfolder, 2010. (PDF 836 kB)" informiert über Wege der Aktivierung sowie über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten Ihrer Bürgerkarte.

Alles über die Anwendung der Handy-Signatur erfahren Sie im Folder "Ihre persönliche Unterschrift im Internet. Handy-Signatur Informationsfolder. Jänner 2014 (PDF 672 kB)".