EU-Förderprogramme

Die Connecting Europe Facility (CEF) wurde durch die Verordnung 1316/2013/EU eingerichtet und stellt zum Ausbau transeuropäischer Netze im Bereich Energie, Transport sowie Telekommunikation und digitale Dienste rund 30 Milliarden Euro im Zeitraum 2014 bis 2020 zur Verfügung. Das Thema E-Government wird in der Formation CEF Telekommunikation behandelt. Dieser Sektor soll Projekte im Zusammenhang mit den Themen elektronische Identität und Authentifizierung, elektronische Zustellung, elektronische Rechnung, Cybersicherheit usw. fördern. Ein förderbares Projekt muss einen gewissen Reifegrad erreicht haben und für die EU einen Mehrwert darstellen.

Im Gegensatz dazu sollen mit Hilfe des Programms Horizon 2020 neue Ideen entwickelt bzw. getestet werden. Auch Horizon 2020 hat eine Laufzeit von 2014 bis 2020, ist jedoch mit rund 80 Milliarden Euro weit besser ausgestattet. Es ist damit das größte europäische Förderprogramm für Forschung und Entwicklung, das je ins Leben gerufen wurde.

Large Scale Pilots (Großpilotprojekte)

Mit Hilfe des (ausgelaufenen) Rahmenprogramms für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP) werden hauptsächlich Pilotaktionen mit Beteiligung von sowohl öffentlichen als auch privaten Organisationen gefördert, um innovative und interoperable IKT-gestützte Dienstleistungen unter realistischen Einsatzbedingungen in den nachfolgenden Bereichen zu validieren:

  • Gesundheit,
  • Bevölkerung/Demographie und Eingliederung,
  • digitale Bibliotheken,
  • Verbesserung öffentlicher Dienstleistungen,
  • Energieeffizienz und intelligente Mobilität,
  • mehrsprachige Web- und Internetentwicklung.

Es wurden auch Vernetzungsmaßnahmen für den Austausch von Erfahrungen und die Vorbereitung des Einsatzes von IKT-Lösungen in solchen Bereichen sowie die Beobachtung der Entwicklung der Informationsgesellschaft durch Benchmarking und Untersuchungen bzw. entsprechende Sensibilisierungsmaßnahmen unterstützt.

Im Bereich E-Government beteiligt(e) sich Österreich an folgenden Großprojekten der Europäischen Kommission:

  • e-CODEX (e-Justice Communication via Online Data Exchange)
  • EPSOS (Smart open Services for European Patients)
  • PEPPOL (Pan-European Public Procurement Online)
  • STORK 2 (Secure idenTity acrOss boRders linKed)
  • e-SENS
  • SPOCS (Simple Procedures Online for Crossborder Services)

e-SENS

Logo e-SENS

Mit 1. April 2013 wurde das Großpilotprojekt e-SENS (Electronic Simple European Networked Services) als weitere Maßnahme im Aufbau eines EU-weiten digitalen Binnenmarkts gestartet.

Hintergrund des Projekts ist das Bestehen einer Vielzahl von Barrieren, die eine grenzüberschreitende Nutzung öffentlicher elektronischer Dienstleistungen behindern. Dadurch entsteht ein erhöhter Bürokratieaufwand für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen und Potential bleibt ungenutzt. Ohne Interoperabilität zwischen den öffentlichen Verwaltungen der verschiedenen europäischen Staaten ist es kaum möglich, Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen europaweite öffentliche digitale Dienstleistungen anzubieten.

Das neue Großpilotprojekt steht nicht für sich alleine. Es baut vielmehr auf den bisher geleisteten Arbeiten anderer Großpilotprojekte auf, konsolidiert und baut deren Ergebnisse zur elektronischen Identität, elektronischen Signatur, elektronischen Zustellung sowie zu den elektronischen Dokumenten aus. Aufgabe des neuen Projekts ist es, nationale digitale Dienstleistungsnetze zu verknüpfen und digitale Dienstleistungen im öffentlichen Bereich bestehend auf einer europäischen Standardinfrastruktur auszubauen.

Ziel ist es, Unternehmen ein Tätigwerden im eigenen Land als auch in einem anderen Mitgliedstaat zu erleichtern (zum Beispiel Gründung einer Niederlassung) sowie die Unterstützung für Bürgerinnen und Bürger zu verbessern, die sich zum Beispiel berufs- oder ausbildungsbedingt in einem anderen Mitgliedstaat aufhalten.

Die über 100 Projektteilnehmenden kommen aus 20 europäischen Ländern, einschließlich Norwegen und der Türkei. Organisationen wie ETSI (European Telecommunications Standards Institute) und OpenPEPPOL beteiligen sich ebenfalls an e-Sens. Das Projekt hat noch eine Laufzeit bis März 2017.

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.esens.eu/