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E-Government in der Praxis

Mit der E-Card als Bürgerkarte können Sie zahlreiche E-Government-Anwendungen sicher nutzen.

Für rund 8 Millionen Sozialversicherte in Österreich ist die E-Card der Schlüssel zum Gesundheitssystem. Doch die E-Card ist noch mehr: Mit der Bürgerkartenfunktion ist sie auch ein Schlüssel für die E-Government-Angebote der heimischen Verwaltung. Die Einsatzmöglichkeiten werden sukzessive ausgebaut und die E-Card kann immer öfter als elektronischer Ausweis im Internet verwendet werden.

Seit Ende 2009 kann auch das Mobiltelefon kostenlos mit der Bürgerkartenfunktion (Handy-Signatur) ausgestattet und so zum Schlüssel zu der stetig steigenden Zahl von E‑Government Services werden. Sowohl die Handy-Signatur als auch die kartenbasierte Bürgerkarte auf der E-Card bedeuten sichere Identifikation und Authentifizierung und sind somit ein sicherer Ersatz für unnötig viele Benutzername/Passwort-Kombinationen.

Laufend werden neue Anwendungen realisiert, die mit der Handy-Signatur sowie mit der kartenbasierten Bürgerkarte über das Internet erledigt werden können. Aber auch im privatwirtschaftlichen Bereich nimmt die Anzahl der Einsatzmöglichkeiten weiter zu.

Beihilfen , Förderungen

Sie können beispielsweise den Antrag auf Studienbeihilfe oder auf Kinderbetreuungsgeld online stellen und mit Ihrer Bürgerkarte elektronisch unterschreiben.

E-Health und ELGA

E-Health ist aus dem Gesundheitswesen nicht mehr wegzudenken. Der Begriff E-Health bezeichnet Anwendungen elektronischer Medien im Rahmen der medizinischen Versorgung und anderer Gesundheitsdienstleistungen. In Österreich laufen die Arbeiten unter dem Stichwort ELGA (elektronische Gesundheitsakte). Eine wichtige Voraussetzung für ELGA war die Einführung einer elektronischen Krankenversicherungskarte (E-Card) für alle krankenversicherten Personen im Jahr 2005, die eine administrative Vereinfachung der bargeldlosen Inanspruchnahme von Versicherungsleistungen wie Besuche von Ärzten und Ärztinnen ermöglichte.

Durch ELGA wird die Verwaltung von Gesundheitsinformationen vereinfacht und in Zukunft – wenn von den Patienten und Patientinnen gewünscht – zum Beispiel die Vermeidung von gefährlichen Medikamentenwechselwirkungen erleichtert.

ELGA - Elektronische Gesundheitsakte

ELGA-Daten werden über das ELGA-Zugangsportal (www.gesundheit.gv.at) nach dem gesicherten Einstieg mittels Handy-Signatur oder Bürgerkarte abrufbar sein.

ELGA ist ein Informationssystem, das die vorhandenen Befunde patientinnen- und patientenbezogen bündelt, egal wo diese in Österreich abgespeichert sind (zum Beispiel Spitäler, Labors). Die E-Card ist dabei ein Schlüssel: Durch Stecken der E-Card in das Kartenlesegerät der Ordination kann die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt für vier Wochen auf alle Befunde eines Patienten oder einer Patientin zugreifen. Die Daten werden also nicht zentral gespeichert und bestehende Systeme (E-Card) und Gesundheitsnetze werden dabei bestmöglich genutzt.

Die Anmeldung (Authentifizierung) am ELGA-Zugangsportal für Bürgerinnen und Bürger erfolgt mit der Handy-Signatur oder Bürgerkarte. Das Handy wird dadurch zu einem virtuellen Ausweis im Internet. Nicht nur für ELGA, auch für andere Zwecke, wie zum Beispiel FinanzOnline Abrufen des Pensionskontos, Einblick in die Leistungsinformation der Sozialversicherung (LIVE) etc. ist eine Handy-Signatur nützlich. Durch die Handy-Signatur kann man kostenlos elektronisch unterschreiben und so den sicheren Zugang zu den jeweiligen Anwendungen erhalten.

E-Stipendium

Viele Studierende an den österreichischen Hochschulen haben Anspruch auf Studienbeihilfe. Gerade in diesem Bereich wurde durch die Einführung eines entsprechenden E‑Government-Services versucht, die größten bürokratischen Hürden abzubauen und den Studierenden den Zugang zur finanziellen Unterstützung zu erleichtern.

Das Studienförderungsgesetz erfordert eine Fülle von Nachweisen, die von der Behörde verarbeitet werden müssen und bei jeder Verlängerung der Stipendien neuerlich vorzulegen wären. Mittels eines Online-Antrages, hat sich dieser Aufwand nachhaltig reduziert. Einmal abgegeben, prüft das System jährlich automatisch auf Basis der zugänglichen Daten die Bezugsberechtigung und erzeugt gegebenenfalls automatisch sowohl Antrag als auch Bescheid für den Weiterbezug der Leistungen. Neben den Kriterien, die für die Studienbeihilfe zu erfüllen sind, ist nur mehr die kartenbasierte Bürgerkarte beziehungsweise die Ausprägung am Mobiltelefon (Handy-Signatur) für die Antragstellung vonnöten.

FinanzOnline

Seit 2003 ermöglicht die Finanzverwaltung einen elektronischen Zugang über FinanzOnline. Dieses Service ist vielen Bürgerinnen und Bürgern durch die Arbeitnehmerveranlagung bekannt.  

Da die Handy-Signatur (Bürgerkartenfunktion mit Mobiltelefon) bereits in die Web-Applikation integriert wurde, sind keine Chipkarten, Kartenleser oder Softwareinstallationen am lokalen Rechner nötig, um die Services sicher zu nutzen.

Die Vorteile von FinanzOnline als innovative E‑Government-Lösung sind einerseits die enormen Kosteneinsparungen und andererseits die positiven Effekte für die Steuerzahlenden. Weniger Zeitaufwand, rasche Ausstellung der Steuerbescheide, mehr Transparenz und ein individuelles, qualitativ hochwertiges Service. Die Kommunikation mit dem Rechner des Finanzamts erfolgt verschlüsselt, sodass Fremde keine Einsicht in die ausgefüllten Dokumente erhalten können. Hat man seine Eingaben getätigt, werden die Daten an das Finanzamt übertragen.

Online-Meldebestätigung

Die Meldebestätigung erhält man entweder bei der Meldebehörde oder über kann diese auch elektronisch über das Internet beantragen. Voraussetzung für die elektronische Zustellung der Meldebestätigung ist die Anmeldung bei einem elektronischen Zustelldienst. Die Anwendung selbst ist denkbar einfach gestaltet. Über die Plattform HELP.gv.at findet sich das Online-Formular zur Beantragung der Meldebestätigung. Man identifiziert sich mit der kartenbasierten Bürgerkarte (zum Beispiel auf der E-Card) beziehungsweise der Handy-Signatur am Mobiltelefon und bezahlt die fälligen Abgaben über ein Online-Bezahlservice. Die Meldebestätigung ist sofort downloadbar - sofern die Antragstellerin oder der Antragsteller bei einem elektronischen Zustelldienst registriert ist (KEINE Voraussetzung für die elektronische Beantragung der Meldebestätigung) - und kurze Zeit später im elektronischen Zustellfach abrufbar.

Online-Petitionen

Unterstützungsplattformen wie jene der Stadt Wien verdeutlichen das demokratiepolitische Potential von E-Government-Services und -Werkzeugen. Die Stadt Wien bietet den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, konkrete Anliegen komfortabel orts- und zeitunabhängig über eine Internetplattform an den Gemeinderatsausschuss für Petitionen und BürgerInneninitiativen (Petitionsausschuss) heranzutragen. Petitionen können auf der Plattform elektronisch eingebracht und auch unterstützt werden. Voraussetzung dafür ist die Vollendung des 16. Lebensjahres zum Zeitpunkt des Einbringens sowie der Wiener Hauptwohnsitz und ein gültiger Identitätsnachweis. Bei elektronischer Abwicklung erfolgt der Nachweis über die kartenbasierte Bürgerkarte (zum Beispiel auf der E-Card) oder der Handy-Signatur am Mobiltelefon. Für die Behandlung im Petitionsausschuss sind mindestens 500 Unterstützungen erforderlich.

Services der österreichischen Sozialversicherungen

Im Bereich der Sozialversicherung (SV) können Sie mit Ihrer Bürgerkarte unter anderem diese Services nutzen:

  • Versicherungsdatenauszug
  • Grunddaten der sozialen Krankenversicherung
  • Pensionskonto
  • Rezeptgebührenkonto
  • Arztabrechnung
  • Leistungsinformation
  • Sozialversicherungsanstalt: Beitragskonto
  • Adressänderung
  • Diverse Online-Rechner (zum Beispiel Pensionsantritt, Krankengeld)

Sicheres E-Banking

Die Abwicklung von Bankgeschäften per Internet (E-Banking) mittels PIN und TAN ist ein Angriffspunkt für die immer häufiger werdenden Phishing-Attacken und andere Methoden des Identitätsdiebstahls. Das Wort Phishing gebildet aus Password" und Fishing beschreibt eine Form des Datendiebstahls, mit dem beispielsweise Passwörter und Transaktionsnummern ausgeforscht und missbräuchlich verwendet werden können.

Wie Sicherheitsanalysen zeigen, gehören Bürgerkarten-/Signaturlösungen zu den derzeit sichersten Methoden, E-Banking zu betreiben.

Strafregisterbescheinigung

Die Bundespolizeidirektion Wien bietet als Strafregisteramt die elektronische Strafregisterbescheinigung an. Auch hier sind die Verfahrensschritte ähnlich einfach wie im Fall der Meldebestätigung – sowohl die elektronische Zustellung wie auch die Bezahlung über einen Onlinedienst (zum Beispiel über die Kreditkarte oder via Online-Banking) sind möglich.

Wohnsitzabmeldung online

Seit  April 2016 besteht mit Erreichen der Volljährigkeit auch die Möglichkeit, sich unter Verwendung der Funktion Bürgerkarte im Wege des Zentralen Melderegisters (ZMR) online von einer Wohnung abzumelden.

Nach erfolgter Identifizierung mit Handy-Signatur oder kartenbasierter Bürgerkarte (zum Beispiel auf der E-Card) werden alle aktuellen Wohnsitze aus dem ZMR angezeigt. Nach Auswahl des abzumeldenden Wohnsitzes (Mehrfachauswahl möglich) müssen die Abmeldungsinformationen signiert werden. Anschließend  wird eine Bestätigung angezeigt, die auch heruntergeladen werden kann.

Die Gemeinde, in deren Gebiet sich der abgemeldete Wohnsitz befindet, wird über das ZMR verständigt.

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.help.gv.at/Abmeldung

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