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Identifikationskennzeichen

Stammzahl und bereichsspezifisches Personenkennzeichen

Das E-Government-Gesetz (E-GovG; BGBl. I Nr. 10/2004) definiert die Stammzahl und das bereichsspezifische Personenkennzeichen (bPK) und deren Bildung wie folgt:

§ 2 Z 8 "Stammzahl": eine einem Betroffenen zu dessen eindeutiger Identifikation zugeordnete Zahl, die auch für die Ableitung von bereichsspezifischen Personenkennzeichen (bPK) gemäß §§ 9 und 14 bestimmt ist.

§ 6 (2) Für natürliche Personen, die im Zentralen Melderegister eingetragen sind, wird die Stammzahl durch eine mit starker Verschlüsselung gesicherten Ableitung aus ihrer ZMR-Zahl (§ 16 Abs. 1 des Meldegesetzes 1991, BGBl. Nr. 9/1992) gebildet. Für alle anderen natürlichen Personen ist ihre Ordnungsnummer im Ergänzungsregister (Abs. 4) für die Ableitung der Stammzahl heranzuziehen.

§ 9 (1) Das bPK wird durch eine Ableitung aus der Stammzahl der betroffenen natürlichen Person gebildet. Die Identifikationsfunktion dieser Ableitung ist auf jenen staatlichen Tätigkeitsbereich beschränkt, dem die Datenanwendung zuzurechnen ist, in der das Personenkennzeichen verwendet werden soll.

§ 9 (3) Die zur Bildung des bPK eingesetzten mathematischen Verfahren (Hash-Verfahren über die Stammzahl und die Bereichskennung) werden von der Stammzahlenregisterbehörde festgelegt.

Stammzahlenregister für natürliche Personen

Die Stammzahlenregisterbehörde ist nach § 7 E-Government-Gesetz (E-GovG) die Datenschutzkommission. Von dieser sind die Errechnung von Stammzahlen sowie die Durchführung der in den §§ 4, 9 und 10 E-GovG geregelten Verfahren abzuwickeln.

Als Dienstleister kann sich die Stammzahlenregisterbehörde dabei für den Bereich der natürlichen Personen des Bundesministeriums für Inneres (BMI) sowie für alle anderen Bereiche des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) bedienen.

Dienste für die Stammzahlenregisterbehörde

Folgende Dienste werden derzeit vom BMI für die Stammzahlenregisterbehörde angeboten.

Abfrage der Personenbindung

Die Stammzahlenregisterbehörde erstellt auf Anfrage eines befugten Vertrauensdiensteanbieters (VDA) eine Personenbindung, welche die vom VDA eingereichten öffentlichen Schlüssel eindeutig an die entsprechende natürliche Person bindet.

bPK-Abfrage mit Identifikationsdaten

Die Stammzahlenregisterbehörde liefert das bereichspezifische Personenkennzeichen (bPK) für die in der Anfrage eindeutig identifizierte natürliche Person und den entsprechend angegebenen Bereich.

bPK-Transformation

Die Stammzahlenregisterbehörde transformiert das in der Anfrage zusammen mit Identifikationsdaten zu einer natürlichen Person angegebene Quell-bPK in das Ziel-bPK für den entsprechend angegebenen Ziel-Bereich. Die Ziel-bPK wird dabei mit einem in der Anfrage angegebenen Schlüssel verschlüsselt.

Personenbindung validieren, bPK berechnen

Die Stammzahlenregisterbehörde validiert die in der Anfrage angegebene Personenbindung. Geprüft werden dabei die Gültigkeit der elektronischen Signatur auf der Personenbindung sowie die Zugehörigkeit der Stammzahl zur in der Personenbindung bezeichneten natürlichen Person. Als zusätzliche Dienstleistung kann mit dieser Anfrage auch ein bPK für einen anzugebenenden Zielbereich aus der Stammzahl der Personenbindung abgeleitet werden.

Stammzahlen nicht natürlicher Personen

Als Stammzahlen zur Identifizierung nicht natürlicher und juristischer Personen kommen je nach Rechtsform Firmenbuch-, Vereinsregister- oder Ergänzungsregisternummer für sonstige Betroffene (ERsB) zur Anwendung. Da diese Kennzeichen öffentliche Daten sind, werden sie in der Kommunikation im Klartext ohne Ableitungen verwendet.

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