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Open Government Data

Begriffserklärung

Open Government wird als ein Sammelbegriff für unterschiedliche Konzepte und Visionen verwendet, die sich mit bestimmten Facetten einer Öffnung von Staat und Verwaltung auseinandersetzen.

Open Government Data (OGD) sind jene nicht-personenbezogenen und nicht-infrastrukturkritischen Datenbestände, die im Interesse der Allgemeinheit ohne jedwede Einschränkung zur freien Nutzung, zur Verbreitung und zur Weiterverwendung frei zugänglich gemacht werden.

Open Government Data wird das Potential zugesprochen, den gesellschaftlichen, kulturellen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritt in vielen Bereichen nachhaltig zu fördern. Durch die Nutzbarmachung von nicht-personenbezogenen Informationen des öffentlichen Sektors wird die Entwicklung neuer Produkte und Dienste gefördert sowie das Wirtschaftswachstum in Österreich unterstützt. Überdies wird Open Government Data als adäquates Werkzeug gesehen, um die Transparenz des Verwaltungshandelns zu erhöhen, eine bessere Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Forschung, Bürgerinnen und Bürgern zu ermöglichen und die Demokratie zu stärken.

Bei der Auswahl der zu veröffentlichenden Daten ist zu beachten, dass jene Daten ausgewählt werden, die für die Nutzerinnen und Nutzer wirklich interessant und brauchbar sind.

Die Prinzipien von Open Government Data

1. Vollständigkeit: Von der Verwaltung veröffentlichte Datensätze sind so vollständig wie möglich. Sie bilden den ganzen Umfang dessen ab, was zu einem bestimmten Thema dokumentiert ist. Metadaten, die die Rohdaten beschreiben und erklären, werden zusammen mit Formeln und Erklärungen zur Berechnung der Daten ebenfalls mitgeliefert. Dies erlaubt den Benutzerinnen und Benutzern, die Ausrichtung der verfügbaren Information zu verstehen und jedes Datenelement mit dem größtmöglichen Detailreichtum zu untersuchen. Vor Veröffentlichung sind Datenschutz-, Sicherheits- oder Zugangsbeschränkungen zu prüfen. Personenbezogene Daten sind von der Veröffentlichung grundsätzlich ausgenommen.

2. Primärquelle: Die Daten werden von der Verwaltung an ihrem Ursprung gesammelt und veröffentlicht. Dies geschieht mit dem höchstmöglichen Feinheitsgrad, nicht in aggregierten oder sonst wie modifizierten Formaten.

3. Zeitnahe Zurverfügungstellung: Von der Verwaltung veröffentlichte Datensätze stehen der Öffentlichkeit innerhalb eines angemessenen Zeitraums möglichst aktuell zur Verfügung. Sie werden veröffentlicht, sobald sie erhoben und zusammengestellt wurden. Daten, die in Echtzeit vorliegen, sind direkt über eine Programmierschnittstelle (API) abrufbar.

4. Leichter Zugang: Von der Verwaltung veröffentlichte Datensätze sind möglichst einfach und barrierefrei zugänglich. Physische Hürden (zum Beispiel die Notwendigkeit, persönlich ein bestimmtes Büro aufzusuchen oder die Anforderung, bestimmte Abläufe zu erfüllen) sind ebenso zu vermeiden wie technische Hürden (zum Beispiel Zugang zu Daten nur über ausgefüllte Eingabemasken oder Systeme, die browserorientierte Technologien wie etwa Flash, JavaScript, Cookies oder Java Applets erfordern).

5. Maschinenlesbar: Daten werden in etablierten Dateiformaten abgespeichert, die leicht maschinenlesbar sind, sodass eine automatisierte, strukturierte Verarbeitung möglich ist. Die Nutzung unterschiedlicher Dateiformate ist empfehlenswert. Wenn andere Faktoren den Einsatz schwer maschinenlesbarer Formate erfordern, sollten die Daten zusätzlich in maschinenfreundlichen Formaten verfügbar sein. Dateien sollen von einer Dokumentation begleitet werden, die sich auf das Format bezieht und darauf, wie es in Bezug auf die Daten verwendet werden kann.

6. Diskriminierungsfreiheit: Jede Person kann zu jeder Zeit auf die Daten zugreifen, ohne sich identifizieren oder eine Rechtfertigung für ihr Handeln abgeben zu müssen.

7. Verwendung offener Standards: Die Formate, in denen die Verwaltung Daten veröffentlicht, sind möglichst offene Standards, über die keine juristische Person die alleinige Kontrolle hat. Hierbei orientiert sich die Verwaltung an Standards, die durch Gremien, wie das World Wide Web Consortium (W3C) entwickelt wurden, beziehungsweise an Konventionen der österreichischen Bund-Länder-Städte-Gemeinden (BLSG).

8. Lizenzierung: Die Verwaltung veröffentlicht offene Verwaltungsdaten unter der Lizenz: Creative Commons Namensnennung 3.0 Österreich (CC BY 3.0 AT). Dazu muss die Verwaltungseinheit urheber-, patent- und markenrechtliche Fragen im Vorfeld klären.

9. Dokumentation (Dauerhaftigkeit): Von der Verwaltung veröffentlichte Informationen sind umfassend mit Metadaten dokumentiert und über lange Zeit hinweg zu finden. Einmal online gestellte Informationen werden mit angemessener Versionskontrolle versehen und dauerhaft archiviert.

10. Nutzungskosten: Durch die Festlegung der Verwendung der Lizenz: Creative Commons Namensnennung 3.0 Österreich (CC BY 3.0) ist die Erhebung von Nutzungskosten derzeit nicht vorgesehen.

Weitere Informationen

Zentrale Plattform data.gv.at

Der Start des österreichischen One-Stop-Open-Government-Data-Metaportals am 18. April 2012 beseitigte eine weitere Hürde am Weg zu einer erfolgreichen Umsetzung von Open Government Data in Österreich. Mit data.gv.at wurde ein zentraler Katalog für offene Daten in Österreich gestartet, der es Nutzerinnen und Nutzern rasch und einfach ermöglichen soll, die gewünschten Daten über eine einzige elektronische Anlaufstelle zu finden.

Data.gv.at bietet in der aktuellen Version Filtermöglichkeiten auf Datensätze und daraus entstandene Anwendungen sowie sichtbare Verknüpfungen zwischen Datensätzen und den Anwendungen. Sowohl der Katalog als auch die Anwendungsliste sind durchsuchbar. Den teilnehmenden Stellen ist es möglich, Daten selbst einzupflegen und Verwaltungsdaten auf der Bundesplattform zu speichern..

Bis Ende 2015 wurden von mehr als 35 einbringenden Stellen über 1900 Datensätze veröffentlicht und darauf basierend an die 335 Anwendungen erstellt.

Link

data.gv.at

Kooperationsvertrag für den Betrieb data.gv.at

Die Länder und der Bund regeln in einem Kooperationsvertrag die gemeinsame Gestaltung von data.gv.at. Das Bundeskanzleramt hat mit dem Bundesrechenzentrum einen Vertrag zum Betrieb und zur Nutzung vom zentralen Bundesportal (data.gv.at) geschlossen. Demnach können alle öffentlichen Stellen nicht nur Metadatensätze auf data.gv.at einbringen sondern auch ihre Datensätze gegen Entgelt speichern. So nutzt zum Beispiel die Stadt Wien direkt die CKAN-Instanz (Comprehensive Kerbal Archive Network) von data.gv.at und verlinkt von ihrer Seite auf den Wien Katalog direkt in data.gv.at.

Damit können die Kosten für den Betrieb eines eigenen Portals durch die gemeinsame Nutzung massiv reduziert werden.

Der Kooperation können weitere öffentliche Stellen beitreten und sich an der gemeinsamen Weiterentwicklung von data.gv.at beteiligen. Das Einbringen von Metadaten ist weiterhin für alle öffentlichen Stellen ohne zusätzliche Vereinbarung und Kosten möglich und auch erwünscht.

Link

data.gv.at-Benutzerhandbuch (PDF)

Wettbewerbe und Veranstaltungen

Wettbewerbe, die Webanwendungen, mobile Applikationen (Apps), Visualisierungen und Konzepte, die offene Datensätze der Verwaltung benutzerfreundlich erschließen:

 Veranstaltungen zu OGD in Österreich: