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Portalverbund

Gemeinsame Infrastruktur für verwaltungsübergreifende Zusammenarbeit mittels Zusammenschluss von Verwaltungsportalen im Portalverbund

E-Government kann nur dann effizient funktionieren, wenn es zwischen den Behörden eine enge und verwaltungsübergreifende Zusammenarbeit gibt. Dies geschieht technisch, in dem sich Verwaltungsportale zu einem Portalverbund zusammenschließen und gemeinsam die bestehende Infrastruktur nutzen.

Portale haben den Vorteil, dass mehrere Applikationen über einen Punkt zugänglich werden. Die Identität einer Benutzerin und eines Benutzers wird im Zuge des Anmeldevorganges am Portal nur einmal überprüft. Die Person muss sich nur einmal "ausweisen", um auf mehrere Ressourcen, Informationsquellen oder "digitale Abteilungen" (sofern dafür berechtigt) zugreifen zu können. In der Fachsprache wird dieses Einmal-Ausweisen auch Single Sign-on bezeichnet.

Die Teilnahme am Portalverbund wird durch die Portalverbundvereinbarung geregelt. Diese enthält Rechte und Pflichten, die von den teilnehmenden Portalbetreibern einzuhalten sind. So soll zwischen den Betreibern von Stammportalen, die die Benutzerinnen und Benutzer verwalten und den Anwendungsbetreibern eine Vertrauensbasis geschaffen werden.

Technisch und organisatorisch ist die Kommunikation im Portalverbund durch das Portalverbundprotokoll (PVP) und durch die Festlegung von Sicherheitsklassen geregelt. Der Anwendungsbetreiber bestimmt, welche seiner Anwendungen über welches Anwendungsportal zugänglich sind. Abwendungsbetreiber legen unter Beachtung sämtlicher Datenschutzbestimmungen fest, welche Stellen beziehungsweise welche Vertreterinnen und Vertreter dieser Stellen zugriffsberechtigt sind. Er definiert für seine Anwendungen je nach Aufgabenstellungen der Benutzerinnen und Benutzer Rollen mit entsprechenden Zugriffsrechten. Betreiber von Stammportalen können sich für den technischen Betrieb eines Dienstleistenden bedienen. In diesem Fall ist vom Dienstleistenden eine Vereinbarung zu unterzeichnen, die gewährleistet, dass auch dieser alle technischen und organisatorischen Vorkehrungen einhält, auf denen das Vertrauensverhältnis der Portalverbund-Teilnehmenden beruht.

Mittlerweile sind bereits über 1300 Services über den Portalverbund verfügbar. Es ist somit ein etablierter Standard.

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