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Styleguide für Online-Formulare und Webanwendungen

Wesentliche Bestandteile eines einheitlichen Bedienkonzepts in Form von Mustern und Best Practices

Styleguide für Online-Formulare

Nicht nur bei der Amtssignatur müssen bestimmte Regeln beachtet werden, sondern auch bei Online-Formularen. In den Anfängen des E-Government konnten Formulare lediglich heruntergeladen, ausgedruckt und händisch ausgefüllt werden. Nun geht die Entwicklung stark in Richtung medienbruchfreie Prozesse, das heißt es können immer mehr Formulare online ausgefüllt werden.

Da Webformulare meist der Schlüssel zu den verschiedensten Online-Angeboten des E-Governments sind, ist eine einheitliche Gestaltung äußerst wichtig. Als Grundlage für eine standardisierte, benutzungsfreundliche und zugängliche Gestaltung von Internet-Formularen wurde ein Styleguide für elektronische Formulare entwickelt.

Behörden sollten ihre Internet-Formulare an den Kriterien des Styleguides ausrichten – sofern nicht eine andere Gestaltungsform gesetzlich vorgeschrieben ist. Dieses einheitliche Erscheinungsbild der digitalen Verwaltung fördert E-Government, weil sich die Bürgerinnen und Bürger besser zurechtfinden. Parallelen zwischen den Formularen haben einen Wiedererkennungswert und helfen den Nutzerinnen und Nutzern bei der Orientierung und Navigation durch das jeweilige Online-Formular. Außerdem können Synergieeffekte bei der Formular-Erstellung genutzt werden, frei nach dem Motto: Warum etwas neu erfinden, wenn es das schon gibt?

Folgende Grundlagen und Rahmenbedingungen wurden im Styleguide festgelegt:

  • Der grundlegende Aufbau eines Online-Formulars umfasst wiederkehrende Formularelemente wie Adressat (Behörde), Bezeichnung (Titel), einleitenden Text zur Erklärung, Hinweise zum Ausfüllen, Fehlerprüfung, Anmerkungen zum Antrag, Schlusstext sowie Navigation, Formularkennung und Position im Formular.
  • Der Inhalt des Formulars gliedert sich in Blöcke für Antragstellerin/Antragsteller, Adresse, Antrag und Beilagen.
  • Die Formularblöcke strukturieren sich in einzelne Teile (Bausteinbezeichnung, Gestaltung, Leittexte, Hinweise, Eingabe- und Auswahlfelder). Bestimmungen für den Einsatz von Schriften, Linien, Farben, Standarddaten, grafischen Elementen, Links und Glossar ergänzen den Styleguide.

Der Styleguide beschreibt das Aussehen und die Datenblöcke eines Formulars. Die Datenelemente werden mit technischen XML-Spezifikationen beschrieben - siehe dazu auch das Kapitel Technik. Der Abschlussdialog geht zudem auf prozesstechnische Elemente bei der Handhabung von Formularen ein.

Styleguide für Webanwendungen

Immer öfter werden Anwendungen von Behörden mit dem Ziel erstellt, diese auch anderen Behörden zur Verfügung zu stellen. Dabei kann ein großer wirtschaftlicher Vorteil lukriert werden, da die Anwendungen nicht von jedem Partner selbst entwickelt und betrieben werden müssen. Ermöglicht wird dies unter anderem durch die in den letzten Jahren in Österreich entwickelten E-Government-Strategien (Portalverbund, Security- und Rollenkonzepte etc.) und dem technischen Umfeld (PVP, gemeinsame Datenmodelle, Webservice-Schnittstellen etc.).

Der Styleguide für (behördenübergreifende) Webanwendungen kommt für neu entwickelte behördenübergreifende Webanwendungen zum Einsatz. Das Dokument richtet sich an Projektleitende, Entwicklerinnen und Entwickler von behördenübergreifenden Webanwendungen sowie an Verantwortliche für Styleguides von Webanwendungen. Es bildet die Grundlage für einen strukturierten Aufbau von Webanwendungen, für eine systematische Gliederung des Inhalts und eine einheitliche äußere Form (Layout). Ziel ist es, die wesentlichen Bestandteile eines einheitlichen Bedienkonzepts in Form von Mustern und Best Practices darzustellen.

Dadurch soll mittelfristig eine höhere Akzeptanz und eine verbesserte Usability sowie eine geringere Einarbeitungszeit der über verschiedene Organisationen verteilten Benutzerinnen und Benutzern erreicht werden.

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